Öko-Bilanzierung

Im Allgemeinen werden die Schadstoffe, sofern sie nicht durch die vor Ort eingesetzte Technik direkt in unschädliche Komponenten zerlegt wird (z. B. Katalyse), durch geeignete Massnahmen kontrolliert verlagert.  Ziel ist es dabei, den Schadstoff aus umweltsensiblen Bereichen zu entfernen, um Menschen zu schützen und/ oder Schutzgüter in einen ordnungsgemässen Zustand zurückzuversetzen oder Gefährdungen derer zu verhindern.

Neben dem positiven Effekt einer Sanierungsmassnahme für den konkreten Standort, wird bei jeder Sanierung die Umwelt durch den Einsatz von Energie und Betriebs-/ Verbrauchsstoffen auch belastet. Zum Beispiel wird eine Verunreinigung der Bodenluft und des Grundwassers durch Lösemittel (LCKW) via Bodenluftabsaugung und Grundwasserentnahme (pump-and-treat) saniert. Die Bodenluft als auch das Grundwasser werden mittels Aktivkohle gereinigt und damit die Schadstoffe aus dem Untergrund auf die Aktivkohle verlagert. Die Aktivkohle wird nach Erreichen ihrer Beladungskapazität durch neue ersetzt und die beladene Aktivkohle einer ordnungsgemässen Verwertung zugeführt (Reaktivierung). Bei der Reaktivierung werden durch thermische Behandlung die Schadstoffe von der Aktivkohle desorbiert und das anfallende Kontakt-Konzentrat als Sondermüll verbrannt/ entsorgt.

Es gilt also den zu erzielenden Sanierungserfolg, unter Berücksichtigung eines abzuschätzenden Gefährdungspotentials, dem Umweltverbrauch durch die eingesetzte Energie und den Verbrauchs-/ Betriebsstoffen gegenüber zu stellen. Da es sich bei dieser Gegenüberstellung um eine Betrachtung und nicht um eine exakt mathematische Bilanzierung handelt, wird  versucht die Situation „greifbar” zu beschreiben. Ebenso müssen Annahmen getroffen werden, über die ein allgemeiner Konsens bestehen muss, um dem Anspruch der Vergleichbarkeit gerecht zu werden.

Eine Sanierung die mehr Umwelt verbraucht, als wiederherstellt, ist kritisch zu hinterfragen.